DGAP Zwischenmitteilung: Ehlebracht AG (deutsch) 

EHLEBRACHT-Konzern: Trotz Umsatzminus positives operatives Ergebnis Q 1

Ehlebracht AG / Veröffentlichung einer Mitteilung nach § 37x WpHG

05.05.2009

Zwischenmitteilung nach § 37x WpHG, übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

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Zwischenmitteilung gem. § 37 WpHG Geschäftsverlauf Januar bis März 2009

EHLEBRACHT-Konzern: Trotz Umsatzminus positives operatives Ergebnis Q 1

 

-Schwacher Auftragseingang zu Jahresbeginn 2009 -Umsatzminus von 18,4 Prozent im ersten Quartal 2009 gegenüber Vorjahr -Konzernumsatz fällt auf 12,9 Millionen Euro (Vorjahr: 15,8 Millionen Euro) -Kostensenkungs- und Optimierungsmaßnahmen greifen -Operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) bleibt leicht positiv -Neugeschäftsanläufe in Berlin und China -Auftragsbestand zieht seit März 2009 leicht an -Zielsetzung 2009 zunächst unverändert: zumindest ausgeglichenes operatives Ergebnis

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Der Abschwung beschleunigt sich Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist durch die belastenden Faktoren aus der globalen Finanz- und Wirtschaftkrise geprägt. Die Rezession in der Realwirtschaft greift weiter um sich. Der IWF prognostiziert einen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung 2009 von 1,3 Prozent. Die erste Abnahme seit 1945.

In China erwartet der IWF einen Rückgang des Wachstums der Wirtschaftsleistung von rund 9,0 Prozent 2008 auf 6,5 Prozent 2009.

Die deutsche Wirtschaft ist mit ihrer hohen Exportleistung von der weltweiten Rezession besonders betroffen. 2009 soll der deutsche Export mit rund 22 Prozent ebenso rückläufig sein wie der private Konsum, der von der auf 3,7 Millionen im Jahr 2009 und auf 4,7 Millionen im Jahr 2010 zunehmenden Arbeitslosigkeit negativ beeinflusst wird. Für Deutschland sagen die Wirtschaftsforschungsinstitute und das IWF 2009 ein Minus des Bruttoinlandsprodukts von rund 6 Prozent voraus. Auch 2010 sei mit einer Erholung der Konjunktur nicht zu rechnen. Das Bruttoinlandsprodukt werde um weitere 0,5 Prozent abnehmen.

Als Folge des Konjunktureinbruchs leidet mittlerweile in Deutschland die Mehrzahl der Unternehmen unter einer schwachen Auftragslage mit Rückgängen um bis zu 50 Prozent und mehr. Die Umsetzung der Konjunkturpakete hat keine Wende gebracht.

Vor dem Hintergrund dieser großen Unabwägbarkeiten bleibt die Einschätzung der weiteren konjunkturellen Entwicklung und das Durchschreiten der Talsohle unabsehbar.

Geschäftsentwicklung Januar bis März 2009 Deutlicher Umsatzrückgang Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise haben den Geschäftsanlauf im ersten Quartal 2009 belastet. Entgegen den Erwartungen nach einem noch insgesamt positiv und über dem Vorjahr verlaufenen vierten Quartal 2008 blieben die in den Vergleichsperioden 2008 und 2007 registrierten, starken Auftragseingänge zum Jahresauftakt 2009 aus. In der Folge fiel die im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierte EHLEBRACHT AG mit ihren in der Kunststoff- und Möbelfunktions-Technik tätigen Gesellschaften sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum zurück.

In den ersten drei Monaten 2009 erzielte die Unternehmensgruppe einen Konzern-Umsatz von 12,9 Millionen Euro (Vorjahr: 15,8 Millionen Euro). Das ist ein Umsatzminus von 2,9 Millionen Euro oder 18,4 Prozent.

Entwicklung Inland Den stärksten Umsatzrückgang verzeichnete das Inlandsgeschäft. Die Inlandsumsätze fielen von 10,1 Millionen Euro um 2,8 Millionen Euro oder 27,7 Prozent auf 7,3 Millionen Euro. Dieser Umsatzrückgang ging nach aktueller Einschätzung ausschließlich auf geringere Absatzmengen zurück. Sie sind Folge der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Zusätzlich belastete nach vorliegenden Informationen als Einmaleffekt die Reduzierung der Mindestlagerbestände bei einigen EHLEBRACHT-Kunden. Marktanteile hat der EHLEBRACHT-Konzern im Inlandsgeschäft nach aktueller Einschätzung nicht verloren.

ntwicklung Ausland Im Gegensatz zu den Inlandsumsätzen hat die Unternehmensgruppe ihre Exportumsätze nahezu auf dem Vorjahresniveau gehalten. Sie beliefen sich im ersten Quartal 2009 auf 5,6 Millionen Euro (Vorjahr: 5,7 Millionen Euro). Grund für diese, vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen Umfelds, durchaus erfreuliche Entwicklung, ist die erfolgreiche Umsetzung der Strategie zur weiteren Internationalisierung des Konzerngeschäfts. Der Konzern hat mit gewonnenem Neugeschäft mit ausländischen Kunden der chinesischen Konzerntochter Elektra Industrial China (EIC) durch die Wirtschaftskrise rückläufiges Geschäftvolumen mit ausländischen Stammkunden nahezu kompensieren können.

Kunststoff-Technik annähernd stabil Beide Geschäftsbereiche des EHLEBRACHT-Konzerns haben das Geschäftsvolumen des Vorjahresquartals nicht erreicht. Den geringsten Umsatzrückgang verzeichnete die Kunststoff-Technik. Sie erzielte Umsatzerlöse von 7,9 Millionen Euro (Vorjahr: 8,7 Millionen Euro). Das ist ein Rückgang von 0,8 Millionen Euro oder 9,2 Prozent. Während die inländischen Standorte der Kunststoff-Technik in Berlin und Enger rückläufiges Geschäft verzeichneten, legten die ausländischen Standorte getragen von der guten Geschäftsentwicklung der Elektra Industrial China (EIC) kumuliert über dem Vorjahr zu. Dies spiegelt auch die Umsatzentwicklung im In- und Ausland der Kunststoff-Technik wieder. Das Inlandsgeschäft fiel um 1,6 Millionen Euro auf 4,2 Millionen Euro, während das Exportgeschäft um 0,8 Millionen Euro oder rund 28 Prozent auf 3,7 Millionen Euro zulegte.

Möbelfunktions-Technik mit Rückgang Die Möbelfunktions-Technik, mit der den Geschäftsbereich ausschließlich repräsentierenden Elektra GmbH, war am stärksten vom Rückgang im ersten Quartal 2009 betroffen. Sie verlor gegenüber dem starken Vorjahresauftakt im ersten Quartal 2,1 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse nahmen von 7,0 Millionen Euro im Vorjahr auf 4,9 Millionen Euro ab. Das ist ein Rückgang von immerhin 30 Prozent. Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft waren betroffen. Das Umsatzvolumen im Inland fiel um 1,2 Millionen Euro auf 3,0 Millionen Euro, im Ausland um 0,9 Millionen Euro auf 1,9 Millionen Euro. Die Geschäftsfelder ''Licht für Möbel Inland und Ausland'' wie auch ''Industriekunden'' bekamen das rückläufige Geschäft voll zu spüren. Gegen diesen rückläufigen Trend behauptete sich das im weiteren Aufbau befindliche Geschäftsfeld ''Licht und Objekt''. Als Erfolg der Produkt- und Vertriebsoffensive konnte die Gesellschaft eine Verdoppelung der Umsatzerlöse dieses vergleichsweise noch umsatzschwachen Geschäftsfelds auf rund 0,5 Millionen Euro erzielen.

Ergebnissituation EBT weiter im Plus Der Konzern verzeichnete infolge der rückläufigen Umsatzerlöse 2009 eine Abnahme der Roherträge gegenüber dem Vorjahr um rund 1,2 Millionen Euro. Durch die frühzeitige Umsetzung von Kosteneinsparungs- und Optimierungsmaßnahmen in allen Aufwandspositionen, Insourcing von fremd vergebenen Arbeiten bis hin zur partiellen Einführung von Kurzarbeit ab März 2009 bei zwei Unternehmen am Standort Enger hat der Konzern gegengesteuert. Die Einsparungen beliefen sich gegenüber dem Vorjahr auf rund eine halbe Million Euro. Gegenläufig haben sich im ersten Quartal 2009 höhere Abschreibungen ausgewirkt. Aufgrund der hohen Investitionen 2008 stiegen die Abschreibungen im Berichtszeitraum um 0,1 Millionen Euro auf 0,6 Millionen Euro. Das erste Quartal 2009 schloss der EHLEBRACHT-Konzern in dem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld mit einem leicht positiven Ergebnis vor Steuern (EBT) von 0,015 Millionen Euro. Das Ergebnis des Vorjahresquartals belief sich auf 0,77 Millionen Euro. Nach Steuern ist das Dreimonats-Konzernergebnis mit minus 0,04 Millionen Euro (Vorjahr: plus 0,54 Millionen Euro) leicht negativ.

Risiken der künftigen Entwicklung Gegenüber dem Risikobericht im Lagebericht 2008 sind im Geschäftsjahr 2009 bisher keine erheblichen Änderungen eingetreten, die inhaltlich über die aufgezeigten Risiken hinausgehen. Allerdings hat sich im ersten Vierteljahr 2009 eine Verschärfung der Risiken ergeben. Besonders die gesamtwirtschaftliche Entwicklung mit ihrer weltweiten Abwärtsdynamik werden sich die Märkte und Kunden der EHLEBRACHT AG und das Unternehmen selbst nicht ganz entziehen können. Die Ertragslage des Konzerns im ersten Quartal 2009 zeichnet ein deutliches Bild. Die Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahr beliefen sich auf 18 Prozent. Unter Ausnutzung der Einsparpotenziale konnte der Konzern ein Abrutschen des operativen Ergebnisses in die Verlustzone verhindern. Die Gesellschaft hat damit gezeigt, dass sie in der Lage ist, ein rezessives gesamtwirtschaftliches Umfeld ergebnisneutral zu überbrücken. Sollten sich künftig über die bisherigen Umsatzrückgänge hinaus weitere Abnahmen der Umsätze ergeben, könnten zusätzliche Ergebnisbelastungen bis hin zum Abrutschen in die Verlustzone eintreten.

Wichtige Ereignisse nach Quartalsende Wichtige Ereignisse nach Quartalsende lagen bis zur Erstellung dieser Zwischenmitteilung nicht vor.

Entwicklung Aktienkurs Notierung auf niedrigem Niveau Die Aktienkurse der Stämme zeigten im laufenden Geschäftsjahr 2009 gegenüber dem Jahresbeginn keine erfreuliche Entwicklung. Die Notierungen der Stämme fielen unter die Schlussnotierung vom 31.12.2008 von 1,45 Euro zurück. Charttechnisch zeigten sie bis März eine ähnliche Entwicklung wie der DAX. Die EHLEBRACHT-Stammaktie fiel auf rund 0,90 Euro. Den Tiefststand erreichte sie im Xetra Anfang April mit 0,72 Euro. Seitdem bewegt sich die Stammaktie volatil im Bereich zwischen 0,75 Euro und 0,95 Euro.

Diese Entwicklung ist umso weniger angemessen, als die gute Geschäftsentwicklung 2008 mit der Veröffentlichung der Jahresabschlusszahlen 2008 am 30. März 2009 zumindest leicht positive Impulse auf den Aktienkurs hätte setzen sollen. Ferner ist zur Bewertung der Aktie anzumerken, dass der rechnerische Buchwert einer Stammaktie auf Basis von 12,9 Millionen Aktien bei einem Konzerneigenkapital von 30,173 Millionen Euro mit rund 2,33 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs liegt.

Ausblick Perspektiven mit Licht und Schatten Nach dem ernüchternden Geschäftsanlauf in den ersten Monaten 2009 sind zunächst expansive Entwicklungen mit Umsatz- und Ergebnisverbesserungen für 2009 wie in den Jahren 2007 und 2008 nicht zu erwarten. Aufgrund der Umsatz- und Ergebnisrückgänge im ersten Quartal 2009 kann die Gesellschaft aus heutiger Sicht sowohl den Vorjahresumsatz als auch das Vorjahresergebnis nicht mehr erreichen. Allerdings stellt der Konzern aktuell im ertragsstarken Geschäftsbereich Möbelfunktions-Technik eine spürbare Zunahme der Auftragseingänge fest. Der Auftragsbestand hat im Vergleich zu Anfang März 2009 um rund 20 Prozent zugelegt. Auch die Kunststoff-Technik erwartet zusätzliche Geschäftsimpulse. In Berlin steht noch im zweiten Quartal 2009 der Geschäftsanlauf eines Neuprodukts aus einer Verlagerung an. In China sind höhere Produktionsstückzahlen für ein angelaufenes Neuprodukt und weiteres Neugeschäft zu erwarten. Die Geschäftsaussichten für EHLEBRACHT haben sich insoweit leicht aufgehellt. Die Nachhaltigkeit dieses positiven Trends bleibt aber vorerst abzuwarten. In Anbetracht der rezessiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind daher Prognosen weiterhin schwierig. EHLEBRACHT bleibt zunächst bei der Ende März getroffenen Aussage: Sofern keine zusätzlich belastenden Einflüsse mit weiteren Umsatzrückgängen auf das Geschäft wirken, liegt die Zielsetzung 2009 bei einem zumindest ausgeglichenen operativen Ergebnis.

Sonstige Angaben Die in der vorstehenden Zwischenmitteilung getroffenen Angaben und Aussagen zu zukunftsgerichteten Entwicklungen und Ergebnissen des EHLEBRACHT-Konzerns beruhen auf Annahmen, Erfahrungswerten und auch Einschätzungen des Vorstands der EHLEBRACHT AG. Für ihren Eintritt kann nicht garantiert werden. Letztlich bergen diese Annahmen auch Risiken und Unsicherheiten, die zu einer deutlichen Abweichung der tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Resultaten führen können.

 

Enger, im Mai 2009

 

EHLEBRACHT AKTIENGESELLSCHAFT Der Vorstand

Bei Rückfragen: Ehlebracht AG, Bernd Brinkmann, Finanzvorstand, Tel.:05223/185128, E-mail:b.brinkmann@ehlebracht-ag.com, Internet: http://www.ehlebracht-ag.com

05.05.2009

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Sprache: Deutsch Emittent: Ehlebracht AG Werkstraße 7 32130 Enger Deutschland Internet: www.ehlebracht-ag.com

Ende der Mitteilung DGAP News-Service

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ISIN DE0005649107

AXC0072 2009-05-05/08:35

Quelle: dpa-AFX