Momentum

08.12.2021

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

suchen Sie noch Weihnachtsgeschenke für Ihre Lieben? Wie wäre es dieses Jahr denn mal mit einem Print von Banksy oder einer Skulptur von Jeff Koons? Zu teuer? Dann kaufen Sie doch nur einen Teil. Was zunächst verrückt klingt, ist seit 2021 Wirklichkeit. Mittels Blockchain-Technologie werden Bruchteile realer Kunstwerke verschlüsselt und als sogenannte NFTs (Non Fungible Token) gehandelt. So konnten Privatanleger im September 790 Anteile des Editions-Sets “Balloon Animals, Set I” zu je 50 Euro erwerben. „Innerhalb von gut fünf Minuten waren alle Anteile verkauft“, erzählt Rüdiger K. Weng, Mitinitiator des „Drops“ und Gründer von Deutschlands profitabelstem Kunsthandelsunternehmen. In unserem Vorstandsinterview beleuchten wir die Auswirkungen von Tokenisierung und Fraktionalisierung auf den Kunstmarkt, institutionelle Investoren und die Entwicklung der Weng Fine Art AG.

Den Trend zur Kryptokunst noch befeuern, dürfte die jüngste Inflationsentwicklung. Im November hat die monatliche Teuerungsrate in Deutschland erstmals seit fast 30 Jahren wieder die 5%-Marke überschritten. Zwar sieht die EZB den Höhepunkt erreicht, doch die Inflationserwartungen steigen und bei Google Trends hat sich der Suchbegriff auf ein neues Allzeithoch im seit 2004 laufenden Erfassungszeitraum katapultiert. Wir stellen uns in unserem aktuellen Aufreger-Thema deshalb die Frage, welche Anlagemöglichkeiten bieten eigentlich den besten Inflationsschutz? Kunst-NFTs haben wie tokenisierte Diamanten, Uhren oder Oldtimer den Vorteil eines realen Underlyings. Und ein Blick auf den artprice100 Index verrät, dass die Auktionspreise für die Werke der 100 erfolgreichsten Künstler seit der Jahrtausendwende durchschnittlich um knapp 9% pro Jahr gestiegen sind.  

Aber auch KMU-Anleihen sind eine naheliegende Antwort. Selbst ohne einen Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus liegen die Kupons anders als in anderen Segmenten größtenteils immer noch oberhalb der aktuellen Teuerungsrate. Wie sich der KMU-Anleihemarkt 2021 entwickelt hat, welche Trends uns weiter begleiten werden und in welche Richtung sich die Kupons bewegen, beleuchten wir in unserem Blickpunkt. Präsentierte sich das Segment lange Zeit überraschend immun gegenüber der Pandemie, hat das Auftauchen von Omikron die Kurse zuletzt gen Süden geschickt. Das gilt allerdings segmentübergreifend, so verfügten zum Ende der KW 48 nur noch rund 35% der im Prime-All-Share notierten Aktien über eine relative Stärke mit einem RSL-Wert von mindestens 1,00. Suchen Sie Ihre Favoriten in unserer aktuellen RSL-Auswertung.

Auch 2022 werden wir Sie wieder über aktuelle Themen und Kursentwicklungen auf dem Laufenden halten. Und weil das Jahresende die Zeit der guten Vorsätze ist, nehmen wir uns fest vor, die Erscheinungsfrequenz unseres Momentums wieder zu erhöhen. Vorher aber wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Lesen der heutigen Beiträge, einen erfolgreichen Jahresendspurt sowie eine friedvolle und vor allem gesunde Weihnachtszeit!

Herzlichst, 
Ihr Axel Rose & das gesamte BankM-Team

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