Momentum

02.04.2020

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

2007 nahm das Gründerteam der BankM in einem kleinen 15-Quadratmeter-Büro die Arbeit auf. Kurze Zeit später brach die Finanzmarktkrise herauf. Bankentürme wurden erschüttert und Staaten gerieten ins Wanken. Vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für den Start einer Bank, aber wir haben es geschafft und sind heute fest am Kapitalmarkt etabliert. 2020 jetzt der nächste Meilenstein: Seit Beginn des Jahres ist BankM nicht mehr Repräsentanz der flatex Bank AG, sondern agiert unter der Firmierung „BankM AG“ mit einer eigenen Banklizenz. Das ist der Stoff, aus dem Verschwörungstheorien gemacht sind.

Oder aber die Erfahrung, die auch in der gegenwärtigen Lage Zuversicht verleiht. Stellen wir in unserem Vorstandsgespräch sonst immer einen mittelständischen Emittenten genauer vor, möchten wir in dieser speziellen Situation deshalb den BankM-Vorstand zu Wort kommen lassen. Thomas Stewens, der zusammen mit Ralf Hellfritsch und Peter Sang das Gremium bildet, verbreitet jedoch nicht nur Optimismus und erklärt was die erfolgreiche Lizensierung für BankM und unsere Kunden bedeutet, sondern teilt auch seine Gedanken dazu, wie der Kapitalmarkt in der Corona-Krise helfen kann.

Wer selbst Infusionen in Form von Zinssenkungen und neuen Anleihekaufprogrammen benötigt, kann ja kaum anderen unter die Arme greifen? Wir sind davon überzeugt, dass der Kapitalmarkt seinen Teil zur Liquiditätssicherung beitragen kann, ja muss. Zum Beispiel, indem er für börsennotierte Unternehmen das Restrisiko der Corona-Hilfskredite übernimmt, um die durchreichenden Geschäftsbanken zu entlasten. Ein entsprechender Vorschlag wird von der Politik aktuell diskutiert, daneben unterstützen wir den Mittelstand bei Hilfsanträgen und der Suche nach alternativen Finanzierungsoptionen.

Selbstverständlich ausschließlich aus dem Home-Office. Bis auf eine Notbesetzung arbeiten alle BankM-Mitarbeiter seit drei Wochen von daheim, Termine werden wie überall per Telefon- oder Videokonferenz wahrgenommen. Die ganze Welt ist urplötzlich digitaler geworden. Davon profitieren bestimmte Geschäftsmodelle. Unternehmen wie Teamviewer oder Hellofresh sind derzeit die großen Gewinner am Aktienmarkt, das zeigt auch unsere RSL-Analyse. Am Markt für KMU-Anleihen helfen aktuell hingegen selbst digitale Geschäftsmodelle wenig – siehe Jung, DMS &Cie. Zu groß sind Panik und Unsicherheit. Wer bereit ist, sich tiefer mit den Geschäftsmodellen, Liquiditätskennzahlen und Bilanzrelationen der einzelnen Emittenten auseinanderzusetzen, kann das ausnutzen.

Vielleicht ja sogar mit Unterstützung der heiligen Corona. Laut ökumenischem Heiligenlexikon gilt die frühchristliche Märtyrerin noch heute als Schutzpatronin der Schatzgräber und des Geldes. Viel Vergnügen bei der Suche nach Ihren Favoriten und beim Lesen der aktuellen Beiträge wünscht Ihnen,

herzlichst, 
Ihr Axel Rose

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