Momentum

06.12.2019

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2019 befindet sich auf der Zielgeraden, Weihnachten nähert sich mit großen Schritten. Nirgends lässt sich das besser ablesen als mit jeder geöffneten Tür am Adventskalender. Mehr als 20 Millionen dieser Zeitmesser werden allein in Deutschland jedes Jahr verkauft. Dazu kommen unzählige selbstgebastelte oder digitale Versionen. Sogar das Bundesfinanzministerium hat einen. Hinter der zweiten Tür verbarg sich folgender Inhalt: „Grüne Anleihen für ein besseres Klima“. Ab 2020 will die Finanzagentur des Bundes grüne Staatsanleihen ausgeben. Also Anleihen, deren Verkaufserlös für umweltschutzrelevante Maßnahmen zweckgebunden ist. Damit springt die Bundesregierung auf einen fahrenden Zug auf. Seitdem die Europäische Investitionsbank (EIB) 2007 die erste grüne Anleihe emittierte, ist der Markt exponentiell gewachsen. Lag das Volumen 2012 bei gerade einmal 3,5 Milliarden US-Dollar, werden es 2019 voraussichtlich mehr als 250 Milliarden US-Dollar sein. Grund genug für uns, das Phänomen einmal unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten zu beleuchten.

Doch nicht nur bei grünen Anleihen ist die Frage nach der zu erwarteten Rendite von zentraler Bedeutung für Investoren. Entscheidend für die Beantwortung ist unabhängig von der Natur des Bonds eine adäquate Risikoeinschätzung. Können sich Anleger bei Anleihen größerer Unternehmen auf die professionelle Meinung der großen Ratingagenturen stützen, fällt diese Möglichkeit im mittelständischen Bereich meist weg. Das BankM Research-Team hat deshalb nach einer einfachen Alternative gesucht. Im aktuellen Blickpunkt lesen Sie, welchen Einfluss der Zinsdeckungsgrad hat und warum es gerade bei nicht-gerateten KMU-Anleihen für Anleger hilfreich sein kann, zunächst einmal den Zinsdeckungsgrad des Unternehmens zu betrachten, um ein besseres Gefühl für das Risiko und die erwartete Rendite einer Anleihe zu erhalten.

Das gilt umso mehr, als sich die Emittenten am KMU-Markt in den vergangenen Wochen quasi die Klinke in die Hand gegeben haben. Besonders stark war dabei die Nachfrage nach der neuen Anleihe der Jung DMS & Cie. Pool GmbH, einer Tochtergesellschaft der JDC Group AG. Zum Zeitpunkt der vorzeitigen Schließung war die von BankM begleitete Emission in Höhe von 25 Millionen Euro mehrfach überzeichnet. Die Investoren honorieren den Wandel der JDC Group vom reinen Maklerpool zur Technologie- und Serviceplattform sowie das damit einhergehende Skalierungspotenzial. Im Gespräch mit BankM erklärt JDC-Vorstand Ralph Konrad warum immer mehr Kunden auf Outsourcing setzen, was dies für den Markt bedeutet und welche Rolle JDC im Konsolidierungsprozess spielt. Auch die Aktie der Wiesbadener konnte zuletzt deutlich zulegen. Insgesamt bleiben die Sektoren Financial Services, Insurance und Technology in unserer RSL-Analyse aber vorerst im Mittelfeld. Neuer Spitzenreiter ist der Bereich Travel & Leisure, der sich im Vergleich zu unserer letzten Auswertung gleich um sieben Ränge verbessern konnte.

Auch 2020 werden wir Sie in gewohnter Manier über aktuelle Themen und Kursentwicklungen auf dem Laufenden halten. Vorher aber wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Lesen der heutigen Beiträge sowie friedvolle Weihnachtstage mit Zeit für Familie und Freunde!

Herzlichst,
Ihr Axel Rose

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