Momentum

22.03.2018

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

um 3,7 Prozent wuchs die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr, für 2018 wird ein Anstieg um 3,9 Prozent prognostiziert. Es könnte alles so schön sein, lauerte da nicht das Gespenst des Protektionismus. US-Präsident Donald Trump macht Ernst mit seiner America-First-Politik. Die angekündigten Importzölle auf Stahl und Aluminium könnten eine Welle an Gegenmaßnahmen auslösen. So zieht die EU-Kommission im Gegenzug Zollerhöhungen für US-Motorräder, Jeans und Whisky in Erwägung. Worauf Trump wiederum mit einer möglichen Erhöhung der Importzölle für Pkws aus der EU kontert. Ein gefährliches Domino-Spiel, bei dem es am Ende keinen Gewinner geben wird.

Gerade jetzt, wo die globalen Wirtschaftsmächte im Begriff sind die Errungenschaften des Freihandels ad-absurdum zu führen, zeigt Afrika, dass es auch anders geht. Waren zersplitterte Märkte lange Jahre eines der größten Handelshemmnisse des Kontinents, schreitet die regionale Marktintegration endlich voran. Zugegeben auf niedrigem Niveau, aber das langfristige Potenzial ist groß. Gelingt es einen integrierten regionalen Markt aufzubauen, wird Afrika nicht nur unabhängiger von der Weltwirtschaft, sondern auch für ausländische Investoren attraktiv. Denn mit seinen mehr als eine Milliarde Einwohnern, zunehmender Urbanisierung, einer wachsenden Mittelschicht und steigender Kaufkraft der Verbraucher, bietet die Region grundsätzlich beste Chancen auf hohe Skaleneffekte.

„Die Fundamentaldaten sprechen eindeutig für Afrika“, sagt auch Fabrice Viguier, CEO der R-Logitech S.A.R.L., im Vorstandsgespräch mit BankM. Der Logistik- und Technologiedienstleister ist auf Afrika spezialisiert und schließt damit eine Marktlücke. Denn der Mangel an professionellen Lösungen macht den Warenaustausch schwierig und bremst das Wachstum. Einen Container einmal um den Globus zu schicken, ist etwa genauso teuer wie ihn vom kenianischen Hafen Mombasa in die 1.600 Straßenkilometer entfernte ruandische Hauptstadt Kigali zu karren. Wer wie R-Logitech im Besitz eigener Infrastruktur ist, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil. Um die Aktivitäten auszuweiten und die Finanzierungsbasis zu verbreitern, emittiert die Schwestergesellschaft der Metalcorp Group aktuell eine Anleihe im Frankfurter Freiverkehr.

Die Börsen präsentieren sich bislang noch relativ unbeeindruckt von den großen Handelsfragen. Das IPO-Fenster ist nach wie vor offen, wie das jüngste Beispiel Siemens Healthineers zeigt. Das gilt auch für Mittelständler. Warum ein Börsengang zur Nachfolgelösung besonders attraktiv sein kann, beleuchten wir in unserem Blickpunkt. Viel Vergnügen beim Lesen der aktuellen Beiträge und der Suche nach Ihrem Favoriten in unserer RSL-Rangliste wünscht Ihnen,

Herzlichst,
Ihr Axel Rose

vorheriger Artikel 

Inhalt
nächster Artikel